Ortsgeschichte

Überblick über die Entstehung, Entwicklung und Lage des Dorfes

Wolfersgrün war in alter Zeit ein reines Bauerndorf, das in der Spätzeit der großen deutschen Ostkolonisation, also im 13. JH. , mit der beginnenden Rodung des so genannten “Dunkelwaldes”oder “Miriquidi” angelegt worden ist. Der genaue Zeitpunkt der ersten Besiedelung konnte nicht genau datiert werden. Fest steht aber, dass die “Feste Wiesenburg” um 1220 n. Chr. von Heinrich III von Reuss gegründet worden ist. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahre 1359. Der Grundherr hatte dabei einen “ Lokalistor” mit der Anlage der neuen Siedlung beauftragt. Diese entstand meist entlang des Bachlaufes in Verbindung mit der Nutzung der Wasserkraft und um entsprechende Verbindungswege anzulegen. Entschiedenen Anteil an der Gründung des Ortes hatten aber auch die Herren von Wolframsdorf auf Neumark, die auch dem Ort seinem Namen gaben, denn er hieß noch 1533 Wolframsdorf. Erst 1573 finden wir den Namen Wolfersgruhn. Die entstandene Ansiedlung war ein reines Waldhufendorf, dessen Form sich bis in die Gegenwart erhalten hat. Die Veränderung des Dorfes mit nicht-bäuerlichen Betrieben begann schon sehr früh, durch die Nutzung der Wasserkraft den Crinitzbaches, welcher durch den Ort in Richtung des Rödelbaches fließt. Ursprünglich besaß das Dorf zwei Schneide- und Mahlmühlen. Im 15. Jh. n. Chr. begann im Erzgebirge der Bergbau. Ältestes Gebäude im Ort mit Jahreszahl 1415 befindet im Mitteldorf, ehem. Gasthof Wappler. Mit dem Aufblühen des Bergbaus wurde im Dorf auch ein Eisenhammer erbaut. Noch heute erinnert der Flurname “Hammerwiese” nach ihm. Er stand an der Stelle der ehemaligen Seyring´schen Pappenfarbrik in Ortsausgang Niedercrinitz. Auch auf einer Karte ,welche im Stadtmuseum von Annaberg liegt, sind noch ein weiterer Hammer oder /Seigerhütte verzeichnet und auf der Flur nach Geiegngrün und Hartmannsdorf, Bärenwalde entsprechende Eisenbergwerke gekennzeichnet. Als der Bergbau erlosch, griff die Weberei von Kirchberg und Lengenfeld über. Das von den Bauern der Umgebung angebautes Flachs-Stroh wurde für die Weberei und die Verarbeitung des Samens in entstandenen Ölmühlen im Nebenbetrieb verarbeitet. Sie wurden im Eisenhammer sowie in Schneid- u. Mahlmühen eingebaut. Im Mitteldorf entstand eine Spinnerei, die später zur chemischen Fabrik umgebaut wurde. Diese hatte aber nur kurzen Bestand. Durch diese Industrialisierung des Dorfes und die Entwicklung der Nachbarstadt Kirchberg zum Industriestandort, führte zu einem Ansteigen der Anzahl der Fabrikarbeiter. Neben der Landwirtschaft entstanden auch klein Handwerksbetriebe, Steinbrüche, durch die Gewinnung des im Kirchberger Granitkessels vorkommenden Granitgesteines, sowie kleine Handelsgeschäfte und Gastwirtschaften. Zwischen den Gütern und der Dorfaue entstanden erste Arbeiterwohnungen. 1848 machte es sich erforderlich, eine Staatsstrasse von Kirchberg nach Vogtsgrün anzulegen. Entlang dieser Strasse entstand in den nachfolgenden Jahren die Wolfersgrüner Siedlung ( an der Flurgrenze zu Kirchberg ). Die 1883 bis Kirchberg und 1884 bis Saupersdorf gebaute Schmalspurbahn brachte zwar dem benachbartem Rödelbachtal wirtschaftliche Vorteile, aber für Wolfersgrün keinen spürbaren Aufschwung. Durch den Bau der Ortsverbindung Lauterhofen - Niedercrinitz zur Gemeindestrasse war auch weiterhin die Wolfersgrüner Industrie vom Verkehr abgeschnitten. Zu hohe Transportkosten hemmten die Entwicklung der Betriebe im Gegensatz zu den benachbarten Rödelbachtal. Erst die Gegenwart bringt hier durch die Motorisierung des Verkehrswesens eine Änderung.

Weitere wesentliche Ereignisse kennzeichnete die Ortsentwicklung:

vor den 2. Weltkrieg Bau der ersten Straßenbeleuchtung

1954 Hochwasser mit  nachfolgender Brückenerneuerung im Oberdorf

1957 Brückenneubau im Mitteldorf

1.1.1956 Öffentlicher Nahverkehr nach Zwickau

1902 Bau einer Wasserleitung von Obercrinitz nach Cainsdorf

1951-1954 Bau der Talsperre ( Trinkwasser) für die Versorgung der Region Zwickau

1953 und 1955 Gründung der 1. LPG “ Neuer Weg”

1998 Bau einer zentralen Abwasserleitung

1998-1999 Der Ort Wolfersgrün und die Siedlung erhalten einen neue Straßenbeleuchtung die zum Teil auch mit Erdverkabelung ausgeführt wird

2000/2001 Brückenbau und Umgehungsstraße S282

2002 August , Jahrhunderthochwasser, der Ort blieb aber zum großen Teil verschont, lediglich einige Stützmauern in den Nachfolgejahren mußten erneuert werden im Mitteldorfbereich

2006 Heimatfest des Ortes, über 10000 Besucher waren gekommen zu der 1 wöchigen Feier, verschiedene Festveranstaltungen auf dem Dorfplatz am Ortseingang, 2 1/2 stündiger Festumzug, Abschlußveranstaltung und Feuerwerk

2006 Umbau des alten Jugendclubs durch die Jugendlichen des Ortes

2009 Anbindung der neu gebauten Staatsstraße S282 über die neue Ortsumgehung Hirschfeld zur Autobahn A72

2010 vorraussichtliche Erweiterung der Staatsstraße S282 über Bauabschnitt Kirchberg /Leutersbach nach Schneeberg

- Alljährlich finden das Dorffest in den Sommermonaten sowie ein Herbstfest, ein Winterfest, Walpurgis und auch ein Straßenfest im Mitteldorfbereich satt
 

Die vollständige Ortschronik ist z.Zeit nur noch als CD erhältlich. Anfragen dazu bei Herrn Werner Altenburg, 037602 64084, E-Mail:  Werner.Altenburg@t-online.de